Wir haben es geschafft. Die Quarantäne ist hinter uns und
wir konnten Montevideo mit Gottlieb verlassen. Aber bis es soweit war,
brauchten wir Nerven und die Mithilfe vom Agenten und dem Besitzer des Hotels
Suizo in Nueva Helvecia. Ohne die zwei, hätten wir es nie geschafft, Gottlieb
aus dem Hafen zu holen und Montevideo zu verlassen. Nur mit einer
Sonderbewilligung konnten wir vom Hafen, bis nach Nueva Helvecia fahren. Wir
mussten den direkten Weg nehmen und durften weder anhalten noch von der Route
abweichen. Auf der 120 km langen Strecke, begegneten uns kaum Fahrzeuge und zu
unserer Verwunderung wurden wir nie angehalten. Unserer Freunde Josy und Sepp,
empfingen uns, mit einem erleichterten Grinsen und einer Portion
Spaghetti-Bolognese, die wir mit Heisshunger verschlangen.
Auf dem Platz
befanden sich noch weitere gestrandete Reisende mit ihren Fahrzeugen.
Wir fühlten uns wirklich wie im Paradies. Die ländliche
Landschaft, die Kühe auf den saftigen Weiden und die vielen Schweizer
Kantonswappen, an den Häuserfassaden, weckten in uns Heimatgefühle.
Nueva Helvecia wurde am 25. April 1862, von Europäischen
Auswanderern, grösstenteils Schweizern, gegründet. Bei einem Rundgang durch den
Ort, stösst man immer wieder, auf Namen, wie Huber, Vogel und Fischer. Der Käse
den sie hier Herstellen, soll der Beste, von ganz Südamerika sein. Sagt man.
Wir werden uns erst dazu äussern, wenn wir ihn probiert haben.
Auch wenn wir die Quarantäne endlich hinter uns haben,
können wir das Reisen, bis sicher nach Ostern, oder länger vergessen. In der
Freiheit gefangen zu sein, ist aber einiges angenehmer, als in einem düsteren
Hotelzimmer, einer Grossstadt, die Tage zu zählen.
Standort: Nueva Helvecia Uruguay